Ist der Osteopath eine Art „Faszien-Doktor“?

Kaum zu glauben, aber wahr: Wir Menschen sind von Scheitel bis zur Sohle von einem Netzwerk aus Faszien durchzogen. Im Artikel erfahren Sie, was Faszien genau sind, welche Funktion sie haben und warum Osteopathen genau genommen Faszientherapeuten sind. Promovierte Osteopathen könnte man als „Faszien-Doktoren“ bezeichnen. 😉

Faszien sollen eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit spielen und sind deshalb mittlerweile in aller Munde. Faszien sind nach eine „geheimnisvolle Welt unter der Haut“ – so lautet auch der Titel einer Dokumentation von ARTE, die die neuesten Erkenntnisse der internationalen Wissenschaft zeigt und der Frage nachgeht, ob die Erkenntnisse über Faszien neue Chancen für Therapien und Heilung bieten – vor allem gegen die Volkskrankheit Nummer eins in Deutschland: Rückenschmerzen.

Faszien durchziehen den gesamten Menschen

Die Gesamtheit der Faszien oder das sogenannte „Bindegewebsnetzwerk“ durchzieht den gesamten Menschen. Die Osteopathen bezeichnen es auch „Bindegewebsskelett“ oder „Faszienskelett“, und es macht mehr als 20 Kilogramm unseres Körpergewichts aus. Wenn man alles vom menschlichen Körper lösen würde, das nicht aus Faszien oder faszialen Membranen besteht, würde immer noch ein mehr oder weniger viskoelastischer Körper übrig bleiben, der die Kontur des Menschen zweifelsfrei erkennen ließe.

Entdeckt hat das faszinierende Netz der Faszien ein französischer Handchirurg bei seinen vielen Operationen. Mit einer speziellen Kamera konnte er schließlich das Fasziensystem filmen, das sich von der Oberfläche der Haut bis ins tiefe Gewebe erstreckt. In unserem Körper gibt es also keine Freiräume, sondern alles hängt zusammen – die Faszien dienen dabei als Bindeglied von Sehnen, Bändern, Häuten, Muskeln und Organen zu den Knochen.

Was das Ganze nun mit Schmerzen zu tun hat? Die Ergebnisse der neueren Faszienforschung haben gezeigt, dass Bewegung ganz wichtig ist für die Gleitfähigkeit der Faszien. Bewegungsmangel hingegen führt zu einer Überproduktion von Faszien, wodurch das Gewebe verklebt und schließlich in seiner Funktion eingeschränkt wird. Um nicht zu verkleben oder gar zu versteifen, benötigen Faszien regelmäßige Bewegung und Stimulation. Wer also als Ausgleich zu seinem Schreibtischjob nicht für genügend Bewegung sorgt, der „verklebt“ – und leidet oftmals unter Schiefständen und Schmerzen. Norbert Schütz, staalich anerkannter Osteopath in der SOKAI Medical Lounge, nutzt in seiner Arbeit die Metapher eines gewebten Teppichs, der analog zum menschlichen „Faszien-Teppich“ verfilzen kann, wenn er nicht regelmäßig gepflegt wird: „Die Osteopathie ist die optimale Methode, um diese faszialen Verfilzungen, Verklebungen und Verdichtungen im menschlichen Gewebe Stück für Stück auszulösen!“

Ist der Osteopath eine Art „Faszien-Doktor“?

Wenn es an einer Stelle zwickt, kann die Ursache ganz woanders liegen

Die Faszienforscher haben durch verschiedene Untersuchungen bestätigt, dass Faszien ohne Unterbrechung durch den ganzen Körper verlaufen. Das heißt: Wenn es an einer Stelle zwickt, kann die Ursache ganz woanders liegen. Bei Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich zum Beispiel können das Fußgewölbe, die Knie, die Hüfte oder weiter oben die Schultern die Ursache sein. Beim Röntgen oder bei einem MRT sieht die Wirbelsäule oft trotzdem „normal“ aus und liefert keinen Hinweis auf die Ursache der Beschwerden. Bei Untersuchungen mit Ultraschall wurden in den betroffenen Regionen aber Unterschiede in der Gleitfähigkeit der Faszien festgestellt.

Wie kann ein Osteopath die Gleitfähigkeit der Faszien verbessern?

Sie fragen sich, wie ein Osteopath Sie dabei unterstützen kann, die Gleitfähigkeit Ihrer Faszien zu verbessern? Faszien reagieren sehr gut auf mechanische Reize wie Druck, Zug und Vibrationen. Durch Muskelenergietechniken oder durch Tenderpointbehandlungen, aber auch durch gezieltes „Einrenken“ kann Ihr Osteopath die Faszien stimulieren und mobilisieren. Die geschulten Hände des Osteopathen können Fehlspannungen und Bewegungseinschränkungen in Ihrem Körper ertasten und dann auf unterschiedliche Weise wieder „befreien“. Behandelt werden bei der Osteopathie keine Krankheiten oder Beschwerden, sondern immer der Mensch als Ganzes. Das bedeutet, dass Ihr Osteopath Sie stets „von unten nach oben bzw.von oben bis unten“ untersucht, um die Ursachen für mögliche Einschränkungen oder Beschwerden zu finden. Die Beseitigung der Symptome ist im Grunde nicht vorrangiges Ziel der Behandlung der Faszien, sondern nur das Ergebnis davon, dass vorhandene Bewegungseinschränkungen aufgelöst werden.

Jeder Mensch sammelt im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Störungen im Bereich der Faszien, sei es durch Traumata, durch Operationen oder durch andere Ereignisse. Daher ist eine osteopathische Untersuchung und Behandlung immer empfehlenswert, insbesondere bei Beschwerden des Bewegungsapparates, aber natürlich auch bereits bevor Symptome auftreten.

Buchen Sie jetzt Ihren Termin zur osteopathischen Erstkonsulation bei Herrn Schütz – entweder ganz einfach online über doctolib.de oder telefonisch unter 069 / 7540-2222.

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