Die vielfältigen Aufgabenfelder des Osteopathen

Vorsicht, heute gibt’s ein bisschen Theorie – allerdings verständlich verpackt. Kurz zusammengefasst: Es gibt verschiedene Teildisziplinen der Osteopathie – je nachdem, welcher Teil des Körpers behandelt wird.

Zur Behandlung steht dem Osteopathen in allen drei Bereichen eine Vielzahl von Techniken zur Verfügung, die er individuell am Patienten einsetzt. Und zwar ganz praktisch…

Eigentlich unterscheidet die Osteopathie als ganzheitlicher Ansatz nicht in „Schubladen“. Dennoch unterscheidet die Osteopathie zum einfacheren Verständnis zwischen der parietalen, der viszeralen und der craniosacralen Osteopathie. Das klingt komplizierter als es eigentlich ist – wenn man sich anschaut, was diese Wörter auf Deutsch bedeuten: parietal heißt übersetzt zur Wand eines Organes oder zur Leibeswand gehörig, viszeral bedeutet auf die inneren Organe bezogen und craniosacral setzt sich zusammen aus den Wörtern cranium (Schädel) und sacrum (Kreuzbein).

Der Übergang und die Zusammenhänge sind fließend. Das wird deutlich, wenn man sich die Einzelheiten der einzelnen Disziplinen ansieht:

Parietale Osteopathie

Die verschiedenen Disziplinen der OsteopathieDie parietale Osteopathie wird auch strukturelle Osteopathie genannt und ist der Bereich der Osteopathie, der sich mit den Faszien (Bindegewebe), Muskeln, Knochen und Gelenken des Körpers befasst. Sie ist traditionell die Basis osteopathischer Behandlung. Gerade die Faszien sind ein wichtiger Ansatzpunkt in der parietalen Osteopathie, denn sie umhüllen Muskeln, Knochen und auch Organe, durchziehen den ganzen Körper wie ein Netzwerk stellen somit Verbindungen auch zwischen weit voneinander entfernten Körperregionen her.

Verschiedene Behandlungstechniken kommen bei der parietalen Osteopathie zum Einsatz. Eine dieser Techniken ist die Muskelenergietechnik (MET), eine sanfte Behandlungsmöglichkeit für das Muskel-Skelett-System. Hierbei werden fehlstehende Gelenke und Wirbel rhythmisch unter Zuhilfenahme der Muskelkraft des Patienten (Muskelenergie) mobilisiert und können in ihre ordnungsgemäße Lage zurückgebracht werden. Osteopathen beherrschen allerdings natürlich gleichermaßen Impulstechniken (was laienhaft immer als „einrenken“ bezeichnet wird).

 

Craniosacrale Osteopathie

Die verschiedenen Disziplinen der OsteopathieDer craniosacralen Osteopathie liegt die Annahme zugrunde, dass sich der pulsierende Rhythmus der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) auf Gewebe und Knochen überträgt und somit ertastet werden kann. Die einzelnen Knochen des Schädels sowie das Kreuzbein werden auch bei Erwachsenen als gegeneinander beweglich angesehen. Diese Beweglichkeit kann durch Unfälle, Stürze und damit einhergehende Wirbel- und Gelenkfehlstellungen, aber auch durch Stress beeinträchtigt werden.

Während der Behandlung arbeitet der Osteopath mit seinen Handflächen oder Fingern vorwiegend mit minimalen Zug- oder Druckkräften in die als physiologisch sinnvoll erachtete Richtung bzw. in Richtung der erfühlten Gewebespannung. Ziel ist, die Spannungen zu reduzieren, indem der craniosacrale Rhythmus ertastet und verändert wird, sodass der oben erwähnte Liquor frei fließen kann. Durch die Behandlung werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert sowie lokale Probleme aufgespürt und behoben.

Wie die anderen osteopathischen Aufgabenfelder auch wirkt die craniosacrale Osteopathie sich auf den gesamten Organismus des Menschen aus. So ist es möglich in ganz unterschiedlichen Bereichen des Körpers gleichzeitig Wirkungen zu erzielen.

 

Viszerale Osteopathie

Die verschiedenen Disziplinen der Osteopathie

Die viszerale Osteopathie widmet sich speziell der Behandlung innerer Organe (lateinisch: viszera) und ihrer Umgebung. Hierbei werden die inneren Organe sowie ihre umgebenden Strukturen auf Bewegungseinschränkungen hin untersucht und behandelt. Was Sie vielleicht nicht wissen: Jedes Organ ist beweglich und hat einen eigenen Bewegungsrhythmus. Am deutlichsten wird dies bei der Lunge und dem für jedermann spürbaren Atemrhythmus. Doch auch die anderen Organe entwickeln eine Eigenbewegung, die ein erfahrener Osteopath erspüren kann.

Die Beweglichkeit oder auch Mobilität kann durch Fehlfunktionen der Organe, aber auch durch äußere Einflüsse wie Fehlhaltungen oder Entzündungen gestört werden. Der Osteopath setzt das sogenannte „Palpieren“, das sanfte Ertasten ein, um solche Störungen zu erkennen. Durch eine sanfte Förderung der Eigenbewegung der einzelnen Organe kann die viszerale Osteopathie die Vitalität und Mobilität eines Organs verbessern. Die dadurch verbesserten Selbstheilungskräfte können zu einer besseren Funktionsfähigkeit der Organe und dadurch zu einer Abnahme der Symptome führen.

Osteopathie sollte nur ein Faktor auf dem Weg zur Gesundheit sein

So viel zur Theorie. Sollten Sie noch Fragen hierzu haben, fragen Sie gerne unsere Osteopathen – denn die sind theoretisch und praktisch fit. Ein Hinweis noch zum Schluss: Die Osteopathie betrachtet den menschlichen Körper in seiner Gesamtheit, wofür das das Bewegungssystem (Muskeln, Gelenke, Faszien) natürlich eine zentrale Rolle spielt. Genauso wichtig für die Gesundheit sind aber die Ernährung sowie psychische und soziale Lebensfaktoren. Eine Zusammenarbeit mit Ärzten, Ernährungsberatern und Personal Trainern ist daher in der Osteopathie sehr wichtig.

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